Das Gfrett mit den Feiertagen, die uns auflauern

Der Weihnachtsmann bringt, was man sich schenken kann. Angeblich in einer Art Joint Venture mit dem Christkind. Und der Vertriebsprofi? Der kommt nicht mehr zum Verkaufen, wenn er sich von potenziellen Geschäftspartnern für Termine ständig hinter freie Tage verweisen lässt. Ein Suder-Blog-Artikel – garantiert frei von schlauen Tipps & Tricks!

Heute ist ein guter Tag für nichts. Hätte ich gestern so nicht gesagt, aber wenn ich auf den sich neigenden Tag zurückblicke, könnte man meinen, ich hätte für heute wenig vorgehabt, weil jetzt nichts erledigt ist. Hätte ich nicht vorgestern tun können, wozu ich übermorgen noch weniger Lust haben werde?

Ein laaanger Artikel

An diesem Artikel sitze ich nun schon seit 9 Uhr früh. Nur dass während der gemein kurze Tag mitten im Winter sich schon verdunkelt, noch immer nicht viel da steht.

Bin ich unproduktiv, so generell? Mitnichten. Aber irgendwas ist immer, und zwar fremdbestimmt: Feiertage. Wochenenden. Ferienzeit. Plus die Tage davor. Und die danach. Und vorher die Fenstertage, die mancher Zwickeltage nennt, was sie aber noch nicht sexy macht.

Ab dem 16. Dezember, so habe ich mir jüngst von einem weisen Menschen sagen lassen, beginnt die vorweihnachtliche Schonzeit. Ab dann ist es Usus, keine Vertriebsgespräche mehr zu führen. Die Menschen starren auf ihren Adventkranz, lassen Vanillekipferl anbrennen, kaufen fette Truthähne und erfreuen sich sonstiger An- und Zunehmlichkeiten der festlichen Zeit.

Wer stur weiterarbeitet und sich selbst keine Grenzen setzt, stößt an fremde Grenzen. Weil im Winter mindestens vier Wochen lang mindestens jeweils ein wichtiger Entscheidungsträger auf Urlaub ist. Wozu dann Termine ausmachen und allein auf weiter Flur Geschäfte vorantreiben?

Neues Jahr, neues Glück?

Ende Jänner und Anfang Februar, also so in etwa 2 mal 2 Wochen, werden große Organisationen dann gerne mal umstrukturiert, beschäftigen sich mit der Aufteilung des Budgets und betreiben eine Art Nabelschau. Daher sollen sich betriebsfremde Personen abnabeln, zumindest vorübergehend.

Vorübergehend wäre danach fast Zeit zum Arbeiten, wären da nicht schon die Semesterferien im Sinkflug, die natürlich auch ein schlechter Zeitpunkt für Gespräche sind. Urlaubsvorfreude. Schi wachsen. Danach muss das Liegengebliebene aufgearbeitet und bei den auf vereisten Pisten Liegengebliebenen die Heilung origineller Knochenbrüche abgewartet werden.

Frischer Wind im Frühjahr?

Jetzt aber. Also fast, denn jetzt sind wir dann kurz vor den Osterferien, wo man über ungelegte Eier wenig spricht und gelegte versteckt. Wieder Urlaubsvorbereitungen. Feuer eventuell auch. Dann schnell noch Staatsfeiertag, Christi Himmelfahrt. Und Pfingsten und Fronleichnam, damit auch genügend Tragik und Schwere ihre Würdigung erfahren. Keine Zeit für Termine und jeder nur ein Kreuz.

Jetzt wird’s wieder richtig Sommer

Dann … endlich … Sommerferien! Die schönste Zeit des Jahres, aber keine Zeit für Termine. Mit gewissen Bundesländer-Schwankungen können wir zumindest die Kernzeit zwischen Juni und August komplett vergessen. Was so schlecht nicht ist. Seit die Sommer auch nördlich der Alpen so heiß sind, wie wir früher gedacht hatten, dass wir sie uns wünschen würden, haben wir Thermometerstände, auf die wir unser Prokrastinatentum schieben können.

Haben Herbstferien nur unsere bundesdeutschen Nachbarn? Na gut. Eine Ausrede weniger, aber immer noch ein paar Feiertage mehr: Allerheiligen, Totengedenken. Wegen der Schwere und so. Weiter, bis dann wieder Weihnachten ist, weil das irgendwie jedes Jahr vorkommt. So wie jetzt.

Und dann verkaufen wir irgendwann

Jetzt, darüber sinnierend, hätte ich eigentlich eine ganze Menge tun können. Heute nämlich. Ich hätte mindestens drei Kunden besuchen können, mit weiteren 10 telefonieren, dazwischen einige Aufträge vorbereiten. Aber ich, ich habe nur einen Blog-Artikel geschrieben, und den auf Raten. Über das, was unmöglich war, obwohl während der Abhandlung zur Unmöglichkeit schon wieder so einiges möglich gewesen wäre.

Mein persönliches Fazit: „Wie sag ich’s meinem Kunden?“ ist gar nicht so schwierig. Aber wann?!

Irgendwann (wann?!) sage ich den Katholiken und dem Schulsystem, was ich von ihnen halte. Bis dahin bleibe ich ein bemühter Vertriebler auf der Suche nach dem richtigen Moment und dem besten Tag.

Wobei heute wohl der beste Tag ist, allen geneigten LeserInnen von Herzen ein frohes Weihnachtsfest und viel Zeit im neuen Jahr zu wünschen.